Kompostwiki

- eine gemeinschaftliche Wissensdatenbank zum Thema Kompostierung

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Auf die Mischung kommt es an! - Die richtige Mischung der Kompostmaterialien finden

Beim Kompostieren ist die Mischung das wichtigste!
Der Name Kompost kommt vom lateinischen Wort Compositum und bedeutet das Zusammengesetzte. Als Faustregel sollte immer Feuchtes mit Trockenem, Abgelagertes mit Frischem und Stickstoffreiches mit Stickstoffarmem gemischt werden.

Es gibt auch Spezialkomposte, die Hauptsächlich aus einen Ausgangsstoff bestehen, dazu aber an anderer Stelle mehr.

Materialvorbereitung

Das Kompostieren fängt bereits in der Küche an!

Wer beim Sammeln gute Vorarbeit leistet, kann sich einige Probleme auf dem Kompostplatz und in der Küche ersparen.

Unsere Tipps:

  • Nur kompostierbare Abfälle sammeln; eine spätere Auslese ist äußerst unangenehm. → Was gehört auf den Kompost, was nicht?
  • Abfälle auf Fingerlänge zerkleinern.
  • Eierschalen zerdrücken.
  • Nasse Abfälle vorher abtropfen lassen. Flüssigkeiten gehören nicht auf den Kompost (Suppen- und Saucenreste)!
  • Abfälle locker ins Kessli füllen, nicht pressen.
  • Kesseli nur locker zudecken, wenn überhaupt.
  • Kesseli mindestens 2-7 mal pro Woche leeren; je öfter, desto besser! → Frisch statt faul!
  • Kesseli nicht an die Sonne stellen.

Feuchtigkeit

Schon die Mischung der Ausgangsstoffe bestimmt die Feuchtigkeit maßgeblich. Feuchtes und Trockenes sollte gemischt werden.

Die optimale Feuchtigkeit hat ein Kompost, der einem ausgedrückten Schwamm gleicht. Beim Zusammendrücken tritt kein Wasser zwischen den Fingern aus, gibt aber fühlbar Feuchtigkeit ab.

Faustprobe:

Eine Handvoll Kompost wird zusammengedrückt. Wenn das Material nach dem zusammendrücken auseinanderfällt ist es zu trocken. Tritt Feuchtigkeit durch die Finger ist der Kompost zu nass.

Das Stickstoff - / Kohlenstoff - (C/N) Verhältnis

Zur Kompostierung fallen verschiedene Materialien an: einerseits die Abfälle aus dem Haushalt, Grünschnitt, andererseits kleingehackte Zweige, Laub, Häcksel, Stroh. Um eine optimale Kompostierung der verschiedenen Materialien zu erreichen, ist es sinnvoll, auf das Verhältnis der holzigeren Materialien, die aus einem festen Kohlenstoffgerüst(Zellulose, Lignin und andere) und den wasserhaltigeren Materialien, die aus pflanzlichen Eiweiß- bzw, Stickstoffverbindungen bestehen, zu achten. Dieses Verhältnis wird in der Regel als das Stickstoff - / Kohlenstoff - (C/N-) Verhältnis bezeichnet.

Ist der Kohlenstoffanteil wesentlich höher verläuft die Zersetzung langsamer, ist es umgekehrt, läuft die Zersetzung sehr schnell ab, es werden aber nur wenige stabile Humusverbindungen aufgebaut und es kommt zu Stickstoffverlusten. Auch kann es dann dazu kommen, dass Ammoniak gebildet wird.

Ein C-N-Verhältnis von etwa 20-25:1 ist anzustreben.
Um dieses Verhältnis zu erreichen, müssen die verschiedenen Materialien vor der Kompostierung bzw beim anlegen des Kompostes gemischt werden.

Im folgenden eine Tabelle mit Richtwerten der C-N-Verhältnisse verschiedener Materialien:

Harn 0,8
Mistsickersaft 1,9-3,1
Fäkalien 6-10
Grünmasse 7
Humus, Schwarzerde 10
Mistkompost, acht Monate kompostiert 10
Rasenschnitt 10
Gemüseabfälle 13
Hühnermist 13-18
Reifer Mistkompost, vier Monate, ohne Erde kompostiert 15
Stapelmist nach dreimonatiger Lagerung 15
Hülsenfrüchtestroh 15
Luzerne 16-20
Stroharmer Frischmist 20
Rindermist 20
Küchenabfälle 23
Kartoffelkraut 25
Fichtennadeln 30
Frischer Stalldung bei starker Stroheinstreu 30
Baumlaub 50
Haferstroh 50
Roggenstroh 65
Weizenstroh 125
Holzschnitt 100-150
Verrottetes Sägemehl 208
Sägemehl 511

Quellen: (Abtei Fulda, 2012), (Krafft von Heynitz, 2000)

Siehe auch Was gehört auf den Kompost, was nicht?

Kompostzuschlagstoffe / Hilfsstoffe

Hierfür gibt es im Kompostwiki eine eigene Rubrik unter Hilfsstoffe - an dieser Stelle deshalb nur eine Zusammenfassung:

  • Gesteins- und Tonmehle wirken Strukturbildend auf die Komposterde indem sie wesentlich zur Bildung von stabilen Ton-Humuskomplexen beitragen, liefern Spurenelemente und Mineralstoffe. Sie helfen, das Wasser im Boden zu halten und binden Gerüche. Besonders Bentonit ist hier zu empfehlen, es sollte immer wieder in den Komposthaufen eingepudert werden (ca 1-2 kg/m³).
  • Stickstoffdünger wie z.B. Horn- und Blutmehl, Guano, getrockneter Rinder- oder Hühnermist können zum Ausgleich eines weiten (= hohen C-Wertes) verwendet werden. Da eine gute Mischung von Garten- und Küchenabfällen genug Stickstoff bzw. ein gutes C-N-Verhältnis aufweist, sollten diese Dünger nicht benötigt werden.
  • Kalk erhöht den PH-Wert und intensiviert die Rotte. Bei hauptsächlich sehr sauren Ausgangsstoffen wie Eichen-/Kastanien-/Walnußlaub, Rinde, Sägemehl kann Kalk notwendig werden. Auch verhindert Kalk bei Gartenkomposten aus Küchenabfällen oder frischem Gras das Entstehen von Faulstellen.
    Durch die Zugabe von Algenkalk wird der Kompost an Mineralien und Spurenelementen angereichert.
  • Reifkompost und Gartenerde enthält schon für die Umsetzung des Kompostmaterials wichtige Mikroorganismen, die sich im neuen Komposthaufen (unter günstigen Bedingungen) vermehren sollten.
  • Pflanzenkohle als Bodenverbesserer ist vor allem ein Trägermittel für Nährstoffe sowie Habitat für Mikroorganismen. Um ihre bodenverbessernden Eigenschaften rasch und effizient zur Wirkung zu bringen, muss die Pflanzenkohle zunächst aufgeladen und biologisch aktiviert werden.

(Abtei Fulda, 2012)) Abtei Fulda, 2012. Kompost - Gold im Biogarten. Abtei zur Hl. Maria, pp.93, ISBN 3-924201-38-2.
(Krafft von Heynitz, 2000)) Krafft von Heynitz, 2000. Kompost im Garten. Verlag Eugen Ulmer, pp.127, ISBN 978-3800169122.
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